Literaturtipps

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06. April 2020


Nur ein Teil von Dir - Sefi Atta (Peter Hammer Verlag, 2013)

Die Nigerianerin Deola ist 39 und hat viel erreicht. Sie arbeitet in London als Wirtschaftsprüferin internationaler Hilfsorganisationen, ihr Job ist anspruchsvoll und einträglich. Dennoch ist sie nicht wirklich glücklich. Sensibel und aufmerksam wie ein Seismograph nimmt sie täglich die Ignoranz ihrer Mitmenschen gegenüber der afrikanischen Wirklichkeit in beiläufigen Worten und Gesten wie haarfeine Stiche wahr. Als Deola beruflich nach Nigeria fliegt, sieht sie ihre Familie und Freunde wieder, und die Reise wird zum Prüfstein für ihre Gefühle. Sie muss sich den Erwartungen der Familie entziehen, deren Vorstellungen von einem erfüllten Frauenleben immer noch untrennbar mit Ehe und Mutterschaft verbunden sind. Auch wird sie wieder mit der Wirklichkeit des Lebens im Moloch Lagos konfrontiert, und so steckt sie fest zwischen den beiden Anteilen ihres Lebens. Der One-Night-Stand mit Wale macht ihr Leben nicht eben leichter, denn es gibt einen ärgerlichen Unfall und Deola füchtet beides: HIV und Schwangerschaft. Deolas Reise bringt alles in Bewegung, und am Ende fällt sie eine Entscheidung, die ihr Leben in neue Bahnen lenkt. (Peter Hammer Verlag)


Sefi Atta zeichnet ein vielschichtiges Porträt einer jungen Nigerianerin, die zwischen zwei Welten hin- und hergerissen ist. Diverse Charaktere und Attas Umgang mit Sprache machen Nur Ein Teil von Dir zu einem lesenswerten Roman, der auch versucht, vereinfachten Vorstellungen von ‚Afrika‘ entgegenzuwirken und ein differenziertes und nuanciertes Bild von Nigeria zu etablieren.

 von Miriam Hinz



Die Hälfte der Sonne - Chimamanda Ngozi Adichie, Fischer Verlag (orig. Half of a Yellow Sun- 2006) 

Eine Geschichte über Liebe und Verrat, Rassismus und Loyalität und das Leben im zerstörerischen Alltag des Krieges.

Im Nigeria der Sechzigerjahre kommt der Dorfjunge Ugwu als Houseboy zu Odenigbo, einem linksintellektuellen Professor, bei dem er lesen und schreiben lernt. Als Odenigbos neue Liebe Olanna ihr privilegiertes Leben in Lagos verlässt, um mit ihm zu leben, wachsen die drei schnell zu einer kleinen Familie zusammen.

Richard, ein englischer Journalist, der in Nigeria Inspiration für sein erstes Buchprojekt sucht, verliebt sich in Olannas ungleiche Schwester Kainene, die die Geschäfte der reichen, aber auch korrupten Familie leitet. Sie alle durchleben durch ihre je eigenen Kämpfe und Erfolge, doch teilen gemeinsam die große Hoffnung auf ein unabhängiges Biafra, das 1967 im Osten Nigerias, wo die Mehrheit der Igbo-Bevölkerung lebt, ausgerufen wird.

Nur drei Jahre später versinkt das Land in einem blutigen Bürgerkrieg, der Olanna, Kainene und ihre Liebsten brutal aus ihren Leben reißt und alles Dagewesene ausradiert. (Fischer Verlag 2006)

Die Hälfte der Sonne von Chimamanda Ngozi Adchie ist ein Roman, der definitiv zu empfehlen ist und über sehr komplexe, vielschichtige Charaktere verfügt. Mich persönlich hat der Roman sehr bewegt, da er das Schicksal der Charaktere im Krieg beleuchtet und statt einer medialen Berichterstattung einen persönlichen Zugang ermöglicht.

 von Daisy Kabangele





Chimamanda Ngozi Adichie, 2014 zu Gast bei stimmen afrikas


Schwarze Schwestern, Chika Unigwe (Tropen/Klett-Cotta, 2010)

Sie hofften auf ein besseres Leben - und erlebten die Hölle!

Chika Unigwe erzählt das Schicksal von vier nigerianischen Frauen, die ins Paradies wollen und als Prostituierte in einem europäischen Rotlichtviertel landen. Und sich dort durch ein großes Unglück unverhofft näherkommen.

Sisi, Ama, Efe und Joyce sind jung und wissen nicht weiter. In der Hoffnung auf ein besseres Leben lassen sie sich nach Europa schleusen. Dort verkaufen sie Abend für Abend ihre Körper. Unter der harschen Aufsicht einer Zuhälterin teilen sie eine Wohnung, und jede versucht, angesichts der täglichen Demütigungen ihre Würde zu wahren. Als Sisi, die Verschlossenste unter ihnen, ermordet wird, beginnen die übrigen einander ihr Leben zu erzählen. Eine bewegende Geschichte über die Verheißungen Europas, verlorene Illusionen und den Trotz der Selbstachtung. Lebendig und direkt, durchdrungen von der vitalen Kraft afrikanischer Erzähltraditionen. (Klett-Cotta)






Chika Unigwe hat für die von stimmen afrikas herausgegebene Anthologie "Imagine Africa 2060 - Geschichten zur Zukunft eines Kontinents" die Kurzgeschichte "Amara for President" geschrieben.

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