"Von Kriegen und Banditen - wie Kindersoldaten entstehen"

Zeit

So, 18. September 2011 - 13 Uhr

Ort

Eintritt

Eintritt €5,-/ erm. 3,-

Lesung aus dem Buch von Saleh "Gadi" Johar zum 10. Gedenktag der Verhaftung führender Regimekritiker in Eritrea

Nach einem 30jährigen Kampf gegen die äthiopische Besatzung erlangte Eritrea 1993 die Unabhängigkeit unter der Führung der Befreiungsbewegung EPLF, die sich entgegen nationaler und internationaler Erwartungen zu einer Diktatur entwickelte. Vor zehn Jahren, am 18. September 2001, intensivierte Präsident Isayas Afworki die Repression mit der Verhaftung der führenden Regimekritiker. Seither sind Hunderttausende in den Sudan und nach Äthiopien geflohen, oft mit dem Ziel nach Europa oder USA zu gelangen. Nach Angaben von amnesty international sind in Eritrea tausende politische Gefangene an unbekannten Orten ohne Kontakt zur Außenwelt, Rechtsbeistand und ordentliche Gerichtsverfahren in geheim gehaltenen Gefängnissen inhaftiert. Die außenpolitische Isolation und das internationale Desinteresse erleichtern die anhaltende straflose Verletzung der Menschenrechte.

Der Roman Of Kings and Banditis – The Making of a Child Warrior ist in weiten Teilen die Autobiografie des 1961 geborenen Autors, der sich in jungen Jahren der eritreischen Unabhängigkeitsbewegung anschloss und später als Flüchtling von einem Land ins nächste zog, bis er nach dem sogenannten Grenzkrieg zwischen Äthiopien und Eritrea in den USA landete, wo er eine der am meisten frequentierten eritreischen web-sites gründete.

Die Geschichte beginnt Mitte der 60er und endet Mitte der 70er Jahre. Es ist die Zeit des beginnenden bewaffneten Widerstands gegen die äthiopische Besatzung, personifiziert durch den verhassten äthiopischen König, international als Kaiser Haile Selassie bekannt. Am Ende wird Haile Selassie gestürzt, eine Militärregierung übernimmt die Macht in Addis Abeba und Eritrea wird 1993 ein unabhängiger Staat. Die Garnisonsstadt Keren ist der Schauplatz der Geschichte. Das Straßenbild wird von äthiopischen Soldaten und ihren eritreischen Hilfstruppen beherrscht, aber außerhalb der Stadt gewinnen die als Banditen verunglimpften Kämpfer der Befreiungsbewegungen an Boden. Der zehnjährige Jemal wächst mit liebevollen Eltern und Großeltern auf. Sein Vater, Handwerker und Händler, fabriziert und verkauft Seile und ähnliche Produkte. Jemal führt ein unbeschwertes Leben, bis er allmählich in den Strudel der immer gewalttätigeren Unterdrückung der Bevölkerung durch die äthiopische Besatzungsmacht gerät und sich letztendlich den Unabhängigkeitskämpfern anschließt.

Eine Veranstaltung des Allerweltshaus Köln e. V.

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