Zeit

So, 12. Februar 2012 - 13 Uhr

Ort

Eintritt

Eintritt 5,-/3,- €

Meine Schwester Sara, Memorys Tagebuch


Lesung und Gespräch mit Ruth Weiss, moderiert von Birgit Morgenrath

Meine Schwester Sara (dtv, 2004) spielt in Südafrika Ende der 40er Jahre des 20. Jahrhunderts: EineBurenfamilie adoptiert eine deutsche Kriegswaise. Freudig wird das blonde, blauäugige kleine Mädchen in die Familie aufgenommen. Doch als Saras Papiere ein halbes Jahr später eintreffen, stellt sich heraus, dass sie Jüdin ist. Insbesondere der Familienvater, ganz Patriarch und Mitglied der nationalistischen Apartheidregierung, entzieht Sara daraufhin seine Liebe. Als Studentin schließt sich Sara dem Widerstand gegen das Apartheidregime an und veranlaßt damit auch ihre in der Tradition verhaftete Familie zu einer zaghaften Auseinandersetzung mit dem politischen System.

Memorys Tagebuch (Trafo-Verlag 2009) beschreibt die Erinnerungen der jungen afrikanischen Lehrerin Memory: sie wird 1972 als Kind eines Weißen und einer Schwarzen im südlichen Afrika geboren und alsbald aufgrund ihrer hellen Hautfarbe ausgegrenzt. Als Teenager lernt sie einen ehemaligen General der Befreiungskriege kennen, der ihr eine gute Schulbildung ermöglicht und sie schließlich heiraten möchte. Doch zu einer Hochzeit kommt es nicht. Was ist schön? Was ist fremd? Was und wo sind meine Wurzeln? – Fragen, die Memory sich stellt. Der Roman ist ein fesselnder Politthriller, der Schicht um Schicht Politisches und Privates enthüllt und packend Vergangenheit mit Gegenwart verknüpft.

ruth_weiss

Die deutsch-jüdische Journalistin Ruth Weiss (geb. 1924 in Fürth) floh 1936 vor den Nazis, wurde als Apartheid-Gegnerin aus Südafrika und Rhodesien ausgewiesen und wohnte anschließend mal in England, in Sambia, auch wieder im unabhängigen Simbabwe und nun wieder in Deutschland. Sie war während der Jahre der Entkolonialisierung in Afrika und lernte viele spätere Staatsoberhäupter kennen. Kritisch beobachtete sie wirtschaftliche Entwicklungen und arbeitete für namhafte englische und deutsche Zeitungen. Seit den 90ern widmet sie sich ausschließlich dem Schreiben von Kinder- und Sachbüchern und schreibt seit ihrem Ruhestand auch Romane.

"Ein Leben, das von zwei der bestimmenden Ereignisse des 20. Jahrhunderts, dem Faschismus und dem Rassismus in Europa (.) und dem Höhepunkt allen Rassismus, wie er sich in Südafrika herausbildete, grundsätzlich geprägt und bestimmt wurde, ist schon so etwas wie ein Modell für die condition humaine in unserem Jahrhundert." Literaturnobelpreisträgerin Nadine Gordimer über ihre Freundin Ruth Weiss.

STIMMEN AFRIKAS - eine Veranstaltung des Allerweltshaus Köln e. V.

Körnerstr. 77-79, 50823 Köln, Eintritt 5,-€ (erm. 3,-€)

www.allerweltshaus.de stimmenafrikas@allerweltshaus.de

Mit freundlicher Unterstützung der „Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen“

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