Deise Faria Nunes: Der Mensch im Boot | NEUE TÖCHTER AFRIKAS

Zeit

Tue, 06. December 2022 - 19:30 Uhr

Ort

Alte Feuerwache, Großes Forum

Eintritt

8 € / erm. 6 €, Abendkasse

Lesung und Gespräch | NEUE TÖCHTER AFRIKAS


Der Mensch im Boot - Lesung und Gespräch mit der Autorin Deise Faria Nunes, moderiert von Glenda Obermuller im Rahmen des Programms NEUE TÖCHTER AFRIKAS der Literaturreihe stimmen afrikas, die hiermit die Diversität Schwarzer Autor*innen feiert. Tutu Westerhoff liest die deutsche Übersetzung von Eleonore Wiedenroth-Coulibaly vor. Azizè Flittner verdolmetscht das Gespräch ins Deutsche.

stimmen afrikas wird 2023 einen Teil der reichhaltigen Anthologie New Daughters of Africa (hrsg. von Margaret Busby, Myriad 2019)
in einer deutschen Edition NEUE TÖCHTER AFRIKAS im Unrast Verlag, herausbringen. Hierfür haben Margaret Busby und ein Team
Schwarzer Frauen* aus NRW 30 Autorinnen und Texte ausgewählt, die in einer Zeitspanne von über 100 Jahren entstanden
sind. Eine Reihe dieser großartigen und spannenden internationalen Schriftstellerinnen werden in den nächsten Monaten bei
stimmen afrikas in Köln zu Gast sein. Der Book Launch von NEUE TÖCHTER AFRIKAS wird im Juni 2023 stattfinden.

Die in Brasilien geborene und aufgewachsene Schriftstellerin, Künstlerin und Forscherin Deise Faria Nunes erkundet in ihrem Essay die pantheistische afro-brasilianische Religion Candomblé. Faszinierend beschreibt Nunes wie im Zuge der nächtlichen Initiationszeremonie erstaunliche Transformationen vonstatten gehen und etablierte gesellschaftliche Praktiken in Frage gestellt werden können.

Im Gespräch mit Glenda Obermuller wird Deise Faria Nunes über die Beschäftigung mit ihren westafrikanischen Wurzeln erzählen, wie sie ihr säkulare, nüchtern europäisch geprägte Denkweise überprüfen wollte nachdem sie 10 Jahre in Skandinavien gelebt hatte. The Person in the Boat ist einer von 30 Texten, der 2023 in der stimmen afrikas Anthologie NEUE TÖCHTER AFRIKAS erscheinen wird. Am 06. Dezember 2022 wird er erstmals in deutscher Übersetzung vorgestellt.

Am 7. Dezember wird stimmen afrikas mit Deise Faria Nunes im Dreikönigsgymnasium in Köln zu Gast sein.



Deise Faria Nunes (sie/ihr) ist eine brasilianisch-norwegische Künstlerin und Forscherin mit besonderem Interesse an Performance, Ritualen und audiovisuellen Medien. Sie lebt seit 1999 in Norwegen und ist seit 2003 im Bereich der darstellenden Künste tätig. Während sie ihre eigene Praxis und ihre Methoden entwickelte, arbeitete sie als Performance-Künstlerin, Dramaturgin, Creative Producer, Projektmanagerin, Lehrerin und freiberufliche Autorin. Derzeit ist sie Doktorandin im Fachbereich Theater an der Universität von Agder mit dem Projekt „Estuaries: Decolonial, Feminist, Afro-diaspora Perspectives on Performance“.





(c) privat

Glenda Obermuller, geboren und aufgewachsen in Guyana kam im Alter von 24 nach Deutschland. Die ist Mitgründerin der afro-diasporischen Selbstorganisation „Sonnenblumen Community Development Group e.V.“ und viele Netzwerke und Initiativen, darunter die Initiative "N-Wort Stoppen", die Black Sisterhood NRW und Verschiedene Task Forces nach den Black Lives Matter Protesten in 2020 und die Theodor Wonja Michael Bibliothek, die erste Schwarze Bibliothek NRWs, die das Ziel hat, aufzuklären, zu empowern und gegen das Stigma der „single story“, der „Einzelgeschichte“ zu kämpfen. Schon während ihres Studiums der Sonderpädagogik an der Uni Köln erwachte ihr besonderes Interesse an Literatur. Literatur sieht Glenda als Mittel zur Dekonstruktion von Rassismus, denn Literatur kann die Kluft, die uns trennt, überbrücken und den notwendigen Perspektivenwechsel in Gang setzen. Glenda sieht sich als Community Organizer, Aktivistin and People Connector.


Tutu Westerhoff wurde in Sierra Leone, West Afrika, als Diplomatentochter geboren und wuchs in den USA, England und Deutschland auf. Schon früh entdeckte sie ihre Liebe zu Musik und Gesang und ließ sich hierbei von unterschiedlichen Kulturen inspirieren. Bereits mit 17 Jahren sang sie als Studiomusikerin für verschiedene Projekte und er hielt kurz darauf ihren ersten Plattenvertrag. 2017 veröffentlichte sie nach einer längeren Pause als Singer und Songwriterin ihr erstes Afro-Neo-Soul-Album. Die Songtexte handeln nicht nur von Tutus eigenen Erlebnissen, vielmehr sieht sie sich als Geschichtenerzählerin, die verschiedene Emotionen, Sichtweisen und Situationen einfängt und in Worte kleidet. Zudem ist Tutu Unternehmerin, eröffnete eine eigene Kindertagesstätte und kreierte MomentosBox, ein Onlineshop, der afrikanisch inspirierte Wohnaccessoires anbietet bei denen faire Produktionsbedienungen im Fokus stehen. Eine Fusion der afrikanischen Essenz mit europäischem Stil in lebhaften Farben und eigenem harmonischen Design. Genauso kreativ wie die Zusammenstellung der MomentosBox ist Tutu selbst.


Azizè Flittner wurde in New York geboren und wuchs in Deutschland, Russland und Burundi auf. Nach ihrem Abitur studierte sie Vergleichende Literaturwissenschaft und Kunstgeschichte, bevor sie in Ulm ihre Schauspielausbildung absolvierte. Im Anschluss an die Abschlussprüfung ging sie für zwei Jahre ins Festengagement am Stadttheater Konstanz. Seit 2006 lebt sie in ihrer Wahlheimat Köln und hat an Theatern in Braunschweig, Aachen, Nürnberg und Essen gespielt. Darüber hinaus erarbeitet sie eigene Projekte und Texte, wie 2019 „Wird es denn niemals wieder Nacht?“ nach Georg Büchners Novelle „Lenz“ in der Alten Feuerwache Köln. Ihr Roman „Am ersten wirklich heißen Tag des Jahres“ erschien 2020. Immer öfter steht sie auch für Film und Fernsehen vor der Kamera, zuletzt für „WAPO Duisburg“ (ARD).




Eleonore Wiedenroth-Coulibalyist Übersetzerin, Pädagogin, Ko-Autorin in Sammelbänden und im »African Courier«, politische Aktivistin mit den Schwerpunkten Afrika und Afro-Diaspora in Verbindung mit der Schwarzen Frauenbewegung, auch in Deutschland, und Mitgründerin der ISD – Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (1985). Wanderausstellung »Homestory Deutschland« (2006); Initiative SEKIBU, Schwarzes Empowerment im Kinderbuch (seit 2020); Mitherausgeberin des Sammelbandes Spiegelblicke. Perspektiven Schwarzer Bewegung in Deutschland (2015), Mit-Übersetzerin von May Ayim. Radikale Dichterin, sanfte Rebellin (2021); Tony-Sender-Preisträgerin (der Stadt Frankfurt am Main 2022).



In Kooperation mit
cosmo
Kölner Frauengeschichtsverein

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