Wir freuen uns, euch in unserem dritten Newsletter eine weitere Buchempfehlung auszusprechen sowie auf tolle Veranstaltungen in und um Köln hinzuweisen.
Zunächst eine kleine Rückschau:
Vom 18. bis zum 28. September hat das eindrucksvolle Afrika Film Festival Köln mit einem unglaublich starken und vielfältigen Programm stattgefunden. Gratulation an das Team um Sebastian Fischer. Es war großartig!
Wir freuen uns sehr, dass der Film “Khartoum”, bei dem wir Kooperationspartner*in waren, den diesjährigen Publikumspreis für den besten Dokumentarfilm erhalten hat. Am 27. November wird er um 19 Uhr nochmal in Köln im Rex Kino zu sehen sein:
Khartoum | 27.11.2025 | 19 Uhr | REX Kino Köln
Am 15. Oktober hat der Poliik- und Afrikawissenschaftler, Henning Melber, bei uns im Allerweltshaus sein Buch Der lange Schatten des deutschen Kolonialismus (2025, Unrast)vorgestellt. Marianne Bechhaus-Gerst, Professorin für Afrikanistik, Uni Köln und Initiatorin von Köln Postkolonial, ergänzte diesen Einblick durch den Bezug zur Kölner Kolonialgeschiche und die lokalhistorische Erinnerungsarbeit. Die freiberufliche Afrikawissenschaftlerin, Rita Schäfer, führte durch den Abend. Gemeinsam konnte das Trio Licht auf diesen vernachlässigten Teil deutscher Geschichte werfen. Vielen Dank für den interessanten Abend!
“Durch all meine Erfahrungen ist Toleranz gegenüber meinen Mitmenschen für mich das oberste Gebot geworden. Sie entsteht für mich zuallererst aus dem Bemühen um Verständnis für das Gegenüber. Wenn wir auf die anderen, als auf die für “Fremden”, zugehen, um sie kennenzulernen und zu verstehen, werden wir erleben, wie uns dieses Kennenlernen bereichert. (...) Wir können streiten, ohne Feinde zu werden - ich glaube, das ist ein Grundprinzip von Demokratie.”
Ruth Weiss in Erinnern heißt handeln (Herder Verlag, 2025)
Ruth Weiss (1924 - 2025) wurde 1924 in Fürth geboren und musste gemeinsam mit ihrer jüdischen Familie 1936 nach Südafrika fliehen. Als Journalistin und Autorin schrieb sie für unterschiedliche Zeitungen, publizierte zahlreiche Romane und autobiografische Werke und setzte sich Zeit ihres Lebens gegen Rassismus und Diskriminierungen ein. Aufgrund ihres Widerstands gegen die Apartheid wurde sie 1966 aus Südafrika und 1968 aus Simbabwe ausgewiesen. Danach lebte sie u.a. in London, Köln und Münster.
Ruth Weiss verstarb am 5. September 2025 im Alter von 101 Jahren in Dänemark.
Brotherless Night von V. V. Ganeshananthan | Penguin Books
Brotherless Night ist einer jener Romane, die einen noch lange begleiten. V. V. Ganeshananthan erzählt die Geschichte von Shashi, einer jungen Tamilin, die in den 1980er-Jahren während des Bürgerkriegs in Sri Lanka Ärztin werden möchte. Die Handlung spielt vor allem in Jaffna – einer Region, die vom Konflikt besonders betroffen war.
Der Roman ist zugleich Coming-of-Age-Geschichte und Familienportrait. Durch Shashis Augen erleben wir, wie der Krieg das Leben einer Familie verändert: Ihre vier Brüder vertreten unterschiedliche Ansichten, es gibt Spannungen, aber auch viel Zusammenhalt und Zuneigung.
Besonders beeindruckend ist, wie behutsam Ganeshananthan Wissen über Geschichte und Politik vermittelt. Man lernt viel über Sri Lanka, ohne dass es sich je belehrend anfühlt. Stattdessen wächst man mit Shashi in das Geschehen hinein. Ihr Studium wird durch den Krieg erschüttert, und als sie in einem Feldlazarett zu arbeiten beginnt, gerät sie in große moralische und persönliche Konflikte. Eine feministische Professorin der Medizin wird dabei zu einer wichtigen Mentorin, die Shashi ermutigt, Verantwortung zu übernehmen und ihren eigenen Weg zu gehen.
Brotherless Night ist ein klug geschriebener, bewegender Roman über Mut, Verlust und Loyalität – und über die Frage, wie man Menschlichkeit bewahren kann, wenn die Welt um einen herum zerbricht. Besonders Shashi wächst einem schnell ans Herz und bleibt noch lange im Gedächtnis.
In den USA werden weiterhin Bücher aus den Schul- und Stadtbibliotheken verbannt. Das betrifft vor allem Werke, die die Lebenswelten von schwarzen, indigenen und queeren Menschen sichtbar machen. Mehr zu der Liste und den politischen Hintergründen bei Pen America.
23. Oktober 2025 | 20 Uhr | Depot 2: Lesung “Alles auf Anfang”mit den Autor*innen Max Czollek und Hadija Haruna Oelker:
30. Oktober 2025 | 18 Uhr: Podiumsdiskussion im NS Dok: “WE remember TOGETHER” u.a. mit Glenda Obermuller und Martin Sölle, findet im Rahmen der aktuellen Ausstellung im NS Dok: “WE … TOGETHER. gemeinsam. demokratisch. handeln.” statt.
Lesezirkel mit Lila - Lies (!)- queerfeministischer Lesezirkel: Community & BIPoC Voices” | 1x im Monat, sonntags um 16 Uhr (@oya_koeln) | Nächster Termin: 26.10.2025 -
es wird witchy :)
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Bis bald,
euer col.lit.ive Team
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