In unserem zweiten Newsletter in 2026 erwarten euch eine neue Buchempfehlung, Infos aus unserer Rubrik topics & facts sowie tolle Veranstaltungshinweise in und um Köln. Außerdem geben wir euch einen Einblick in spannende Veranstaltungen, die im Rahmen des Black History Month im Februar stattgefunden haben.
Beispielsweise war ein Teil unseres Teams am 20.02. bei einer Veranstaltung im Schauspielhaus Düsseldorf. Im Rahmen des Black History Month wurde die Arbeit von Cate Lartey vorgestellt. Die Künstlerin und Kuratorin aus Düsseldorf hat Black Archive Germany ins Leben gerufen, eine Sammlung von Fotografien, die Schwarzes, Afrikanisches und Afro-Diasporisches Leben, Alltag, Freude und Style in Deutschland dokumentieren. Ein Teil von Cates Sammlung wird aktuell (noch bis zum 25. Mai) als Teil der Ausstellung Community Fotografie und Gemeinschaft im Kunstpalast Düsseldorf ausgestellt. Schaut da unbedingt mal vorbei!
Falls ihr oder eure Familien selbst Fotos habt, die ihr gerne mit Cate teilen würdet, meldet euch gerne bei ihr: fotoeinreichung@gmail.com. Mehr Infos findet ihr hier.
Rückblick auf drei bewegende Filmabende
So schön, dass es immer wieder Veranstaltungen des Afrika Film Festivals Köln gibt – so müssen wir nicht bis September warten, um großartige Filme zu erleben.
6. und 8. Februar 2026:Sorry for the Genocidewar an zwei Abenden im Rex am Ring ausverkauft – absolut zu Recht. Der Dokumentarfilm überzeugt durch seine Vielstimmigkeit und die persönlichen Perspektiven auf den Umgang mit Geschichte. Gerade diese individuellen Zugänge machen ihn so nahbar und eindrucksvoll. Aus einem ursprünglich zwanzigminütigen Projekt ist ein beeindruckender 90-minütiger Film entstanden. Ein Werk, das in Kinos, Schulen und Bildungseinrichtungen gezeigt werden sollte – und eigentlich auf jedem privaten Bildschirm laufen müsste.
23. Februar 2026:Focus Sudanvereinte drei sehr unterschiedliche Kurzfilme, die doch etwas verbindet: Gemeinschaft und gegenseitige Stärkung. Ob im Schutzraum eines Schönheitssalons, im Engagement des Aktivisten Spiderman, der nebenbei als Lehrer Kinder für Technik und Geschichte begeistert, oder auf dem beschwerlichen Roadtrip einer BJJ-Gruppe von Sudan nach Kenia – im Mittelpunkt stehen Menschen, ihre Träume, ihr Mut und ihr Zusammenhalt. Die persönlichen Geschichten und die Offenheit der Protagonist*innen machten diesen Filmabend besonders – und schenkten selbst angesichts von Konflikt, Krieg und Unmenschlichkeit ein überraschend warmes, hoffnungsvolles Gefühl.
26. Februar 2026: BLKNWS: Terms and Conditions: Dieser Film lässt sich kaum beschreiben. Er folgt keiner typischen Filmdramaturgie, sondern ist wie ein Musikalbum aufgebaut und gibt Einblicke in W.E.B. Du Bois’ Encyclopedia Africana. Ein wahres Kaleidoskop, das einen durch seine künstlerische Aufbereitung absolut in den Bann zieht – ein großartiger Film, den ich definitiv noch einmal sehen werde.
Weltenwechselvon Marion Kraft | Orlanda, 2026
Roman. Zeitgeschichte. Schwarzes Leben in Deutschland. Ermächtigung.
Marion Kraft hat nach zahlreichen Publikationen und Übersetzungen ihren Debütroman veröffentlicht. Mit klarer und doch einfühlsamer Sprache nimmt sie uns mit ins Westdeutschland der Nachkriegszeit, in die Lebensrealitäten dreier Familienmitglieder unterschiedlicher Generationen:
Berta – eine starke, resolute Person mit emanzipatorischer Ausrichtung und Willensstärke.
Margarete – Bertas Tochter, die versucht, als junge Frau in dieser schwierigen Zeit Fuß zu fassen und Geborgenheit bei Robert, einem Schwarzen GI, findet.
Julia – Margaretes Tochter, die überwiegend bei ihrer Oma aufwächst und als Schwarzes Kind unter vielen Weißen alltäglich Rassismus und Ausgrenzungen erlebt und trotz allen Widrigkeiten auf beeindruckende Weise, selbstbestimmt ihre Ziele verwirklicht.
Wir lesen in diesem alltagsnah geschriebenen Roman von Ausgrenzung, Verlust und Identitätsfindung, von dem Wunsch nach Zugehörigkeit und Verstanden-werden. Wir lesen aber auch von Zusammenhalt, Solidarität, Emanzipation und Selbstbestimmung. Wir fühlen mit Julia mit, wenn sie von Lehrer*innen vorgeführt wird, freuen uns mit ihr, wenn sie ihre erste Freundin findet, sich durchsetzt und treu bleibt und sind stolz zu beobachten, wie sie sich selbst-reflektierend Stück für Stück emanzipiert, an Stärke gewinnt und in ihrem Wunsch nach Unabhängigkeit ihren Weg bestreitet.
Marion Kraft ermöglicht mit ihrem autofiktionalen Roman einen Blick auf einen Teil deutscher Geschichte, der bislang nur wenig Aufmerksamkeit erfahren hat und öffnet uns einen Einblick in die Lebensrealität einer Generation Schwarzer deutscher Menschen, die auch heute noch erlebt wird.
Mir als weißer Person wurde durch den Roman ein besonderer Perspektivwechsel geschenkt, der mich bestimmte Begegnungen und Erzählungen Schwarzer deutscher Menschen im Nachhinein besser nachvollziehen lässt und noch weiter in mir nachhallen wird. Eine unbedingte Empfehlung.
Wir danken dem Orlandaverlag für die Zusendung des Rezensionsexemplars.
Kurzrezension von Eva Wernecke | col.lit.ive
Ende Januar verstarb die südafrikanische Dichterin und Aktivistin, Diana Ferrus, deren Werk und Aktivismus viele Leben geprägt haben. Seit ihrer Jugend schrieb sie über Identität und Heilung; ihr Gedicht „I’ve Come to Take You Home“ trug maßgeblich zur Rückführung von Saartjie Baartman nach Südafrika bei. Neben ihrer literarischen Arbeit war sie eine zentrale Stütze ihrer Communities — insbesondere indigener Communities und Feminist*innen — und prägte Generationen von Schriftsteller*innen und Aktivist*innen. Ihr Vermächtnis lebt in ihren Worten, ihrer Großzügigkeit und den Menschen weiter, die sie inspiriert hat. Für mehr Informationen zu ihrem Wirken empfehlen wir, den Nachruf des Iziko Museum zu lesen. Ihr findet ihn hier.
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Wir freuen uns, dass die simbabwische Schriftstellerin und Filmemacherin, Tsitsi Dangarembga, mit dem Sharjah Lifetime Achievementin Literature Awardausgezeichnet wurde. Den Artikel im Brittle Paper dazu findet ihr hier.
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Am 19.02.2026 haben wir den vierten Geburtstag der Theodor-Wonja-Michael Bibliothek gefeiert. Wir freuen uns sehr, dass die Bibliothek so viel Beliebtheit erfährt. Sie ist weiterhin immer sonntags von 12:00 - 18:00 Uhr geöffnet. Schaut gerne vorbei: Poller Kirchweg 78-90, 51105 Köln.
In unserem letzten Newsletter haben wir euch Mohamed Amjahids Buch Let’s Talk about Sex, Habibians Herz gelegt. Und ganz passend dazu ist der Journalist und Autor am Donnerstag, den 5. März 2026, ab 19:30 Uhrim Rahmen der “WeArtHere - Couchgespräche” (organisiert von Oyindamola Alashe und Gianni Jovanovic) mit seinem Buch zu Gast im Comedia Theater in Köln. Mit dabei sind außerdem Patrizia Kubanek (Sexualberaterin für Menschen mit und ohne Behinderung) und Clarissa Fahrenholz (Coach für körperliche und mentale Gesundheit und Aktivistin). Tickets gibt’s hier.
Sonntag, 8. März 2026 | 12 - 16 Uhr | Feminist Reading Space | Universitätsbibliothek Wuppertal, Konferenzraum im Erdgeschoss.
Montag, 9. März 2026 | 18:30 Uhr | Lesung und Diskussion Enough! Mit Souad Lamroubal im Rahmen des feministischen Kampftages. Literaturhaus Bonn. Saal im Haus der Bildung. Mülheimer Platz 1, 53111 Bonn.
Mittwoch, 11. März 2026 | 18 - 19:30 Uhr |Podiumsdiskussion German Colonialism and its first Genocide mit Henning Melber, Julia Manek und Katharina B. Hacker, moderiert von Heloise Weber. Organisiert von der Academy of International Affairs NRW und dem Bonn Center for Dependency and Slavery Studies. Rheinallee 24, 53173 Bonn.
Donnerstag, 12. März 2026 | 18 - 21 Uhr | FLINTA* Offline Reading Party im Oya Köln-Mülheim. Für mehr Infos zum Event und zur Registrierung findest du hier.
Samstag, 14. März 2026 | 10 - 16 Uhr | Tansanias Gen Z - Perspektiven zwischen Aufbruch und Alltag. Hybrid-Seminar in Köln und Leipzig. Ort in Köln ist: Allerweltshaus Köln, Geisselstraße 3-5, 50823 Köln. Kooperationsveranstaltung von Tanzania Network e.V., Pambazuka Swahili Kulturverein e.V. und dem Grassi Museum für Völkerkunde zu Leipzig. Mehr Infos und Anmeldung hier.
Dienstag, 17. März 2026 | 18 - 21 Uhr | Ausstellung & Podium Wir sind Töchter dieser Stadt. Im Rahmen der Internationalen Woche gegen Rassismus. Interkulturelles Zentrum, Bürgerhaus MüZe, Berliner Str. 77, 51063 Köln.
Donnerstag, 19. März 2026 | 10 - 16 Uhr | Fachtag Zeitzeug*innenschaft in unserer Gegenwart - Schwarze Geschichte in der NS Zeit. Haus der Vielfalt Dortmund. Zur Vielfalt 21, 44147 Dortmund. Anmeldefrist: 8. März 2026. Infos und Anmeldung unter bildungswerk-vielfalt@vmdo.de.
27. April 2026 | 17:30 - 20 Uhr | Joy and resistance – a workshop with Dr. Beverley Ditsie about the Challenges of LGBTIQ+ struggles for Human Rights | Moderation: Silvia Abiyeme de Bertolini, Black & Queer Kollektiv Köln; Cornelia Sperling, FliP e.V. | Bei uns im Allerweltshaus Köln
Eine Veranstaltung der Hirschfeld-Eddy-Stiftung in Kooperation mit FliP – Frauenliebe im Pott e.V., Black & Queer NRW, col.lit.ive/ allerweltshaus köln, Dachverband Lesben und Alter.
Wenn ihr mehr über uns erfahren wollt, Fragen, Veranstaltungstipps oder andere Empfehlungen habt, schreibt uns gerne eine Mail: collitive@allerweltshaus.de
Wir freuen uns, wenn ihr auch in eurem Umfeld auf col.lit.ive aufmerksam macht und uns auf Instagram folgt: @col.lit.ive
Bis bald,
euer Team von col.lit.ive
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Wenn nicht anders gekennzeichnet, finden alle Termine im Allerweltshaus statt. Nähere Informationen zu den Veranstaltungen und den durchführenden Projekten finden sich auf unseren Seiten: