Newsletter im Browser ansehen Der Allerweltshaus-Newsletter
16. Oktober 2026

Liebe Alle,

der Herbst ist eingekehrt, jetzt können wir uns alle gemütlich mit Tee und Decke einmummeln und lesen, oder aber tolle Veranstaltungen besuchen, die die regnerischen Tage etwas spannender gestalten – in diesem Newsletter ist für alle was dabei!

Rückblick auf Veranstaltungen im September und Oktober

Kriminalisierung, Resilienz und Hoffnung – eine Veranstaltung mit Angel Maxine, Bright Amoabeng und Suhaidatu Dramani am 11. September 2026


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Von links nach rechts: Paula Hummelsheim (SÜDWIND), Angel Maxine, Suhaidatu Dramani, Bright Amoabeng im Allerweltshaus Köln. © SÜDWIND

Text noch nicht final!!

Im Jahr 2024 wurde ein drakonisches Anti-LGBTQIA+ Gesetz im Parlament Ghanas verabschiedet, welches damals nicht in Kraft trat.. Im Mai 2026 wurde ein ähnliches queerfeindliches Gesetz im Parlament verabschiedet. Sollte es ratifiziert werden, würde queeres Leben massiv kriminalisiert; selbst die Unterstützung queerer Menschen stünde dann unter Strafe.

Über diese Entwicklungen diskutierten drei ghanaische queere Aktivist*innen bei einer gemeinsamen Veranstaltung von SÜDWIND, der Hirschfeld-Eddy-Stiftung, col.lit.ive und dem Allerweltshaus Köln im September 2026. Angel Maxine, Bright Amoabeng und Suhaidau Dramani führten die kolonialen Ursprünge der Kriminalisierung queerer Menschen vor Augen und diskutierten wie Kirchen und Moscheen zu homophoben Einstellungen in der Gesellschaft beitragen, und welche westlichen rechtskonservativen Netzwerke das aktuelle Gesetz maßgeblich vorantreiben.

Die Podiumsgäste gaben persönliche Einblicke in ihr Leben und ihr zivilgesellschaftliches Engagement in Ghana sowie in Deutschland. Angel Maxine verbindet Aktivismus und Kunst und brachte ihre Musik an diesem Abend auch live auf die Bühne. Ihre Musik ist politisch: Sie setzt sich für die Rechte von queeren Menschen und Sexarbeitenden ein und zelebriert Queer Joy.


23. Afrika Film Festival - was für ein Erfolg!

Vom 17. bis zum 27. September 2026 fand zum 23. Mal das Afrika Film Festival in Köln statt. Zehn Tage lang konnten wir Dank der engagierten Arbeit unserer Kolleg*innen von Filminitiative e.V. spannende Spielfilme, Dokumentationen und Kurzfilme schauen und darüber hinaus Musik, leckeres Essen und einfach gute Vibes mit tollen Menschen genießen. In diesem Jahr wurde sogar der Publikumsrekord geknackt, was uns besonders gefreut hat. Einen Rückblick auf das ganze Festival könnt ihr euch hier anschauen.

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Bildunterschrift: 

Abenaa Adomako (rechts auf dem Podium) liest im Comedia Theater aus der Anthologie “Farbe bekennen” ©col.lit.ive


Für uns als Kooperationspartnerinnen bleibt vor allem der letzte Sonntag in Erinnerung: zum Abschluss des Festivals organisierten wir gemeinsam eine Lesung mit Abenaa Adomako aus “Farbe bekennen.” Die afrodeutsche, feministische Anthologie feiert in diesem Jahr ihr 40-jähriges Jubiläum. Im Gespräch mit Joanna Peprah sprach Abenaa über das Entstehen der Anthologie in den 80er/90er Jahren und wie sich ihr persönlicher Aktivismus und die afrodeutsche Bewegung allgemein seitdem verändert haben. Es ging auch um die wichtige Bedeutung von Allyship und den Umgang mit Ermüdungsmomenten in Zeiten des Erstarkens rechter Strömungen.

col.lit.ive im “anderen” Literaturcafé mit Esther A. Donkor am 7. Oktober 2026

Vergangenen Mittwoch war die Kölner Schriftstellerin Esther Donkor zu
Gast im “anderen” Literaturcafé und hat aus ihrer 2016 erschienenen
Autobiografie "Wurzelbehandlung" sowie aus ihrem neuen Roman vorgelesen,
den sie gerade schreibt.

Im Gespräch mit Fatoş Tuna und anderen
Schreibenden aus Köln sprach Esther über den Wandel ihres Autorinnen-Ichs und diskutierte über die Entwicklung von Erzählstimmen und Schwierigkeiten der Sichtbarkeit im deutschen Literaturbetrieb. Es
war ein wunderbarer, spannender Abend und wir freuen uns über weitere Veranstaltungen und Kooperationen mit dem “anderen” Literaturcafé.

Seit 2015 lädt das “andere” Literaturcafé (früher Café Fremdworte) Schreibende sowie in der Literatur- und Kulturvermittlung engagierte Personen ins Literaturhaus Köln ein, um in den Dialog über Texte, Schreiberfahrungen und Identitäten zu treten. Seit 2023 wird das Projekt von Anna Pia Jordan Bertinelli betreut und von Fatoş Tuna koordiniert.



Zerstreuung

von Lauri Kubuitsile | InterKontinental Verlag, 2022

Roman. Deutsche Kolonialgeschichte. Namibia. Genozid. Widerstand. Liebe.

Ein Buch, das mich emotional sehr aufgewühlt hat - und gleichzeitig so fesselnd geschrieben ist, dass ich es kaum aus der Hand legen konnte.

Zerstreuung erzählt die brutale Geschichte zweier Frauen, die der Kampf ums Überleben in den Kolonialkriegen im südlichen Afrika miteinander verbindet. Im Zentrum stehen Tjipuka, Tochter eines Herero-Anführers, und Riette, deren Vater ein Kolonialherr ist. Beide haben Träume, Ziele und Hoffnungen - doch ihre Leben werden von Krieg, Gewalt und Verlust bestimmt, denen sie oft machtlos ausgeliefert sind.

Tjipukas Ehemann Ruhapo schließt sich von einem Tag auf den anderen dem Widerstand gegen die deutsche Kolonialmacht an. Dessen brutale Niederschlagung bildet den grausamen Auftakt für die Verdrängung und den Genozid an den Nama und Herero, angeordnet durch einen deutschen General. Tjipuka überlebt das Massaker am Ohamakari (heutiges Namibia) und flieht mit ihrem Kind in die Wüste.



Zur selben Zeit wird Riette im sogenannten Transvaal (heutiges Südafrika) gegen ihren Willen mit ihrem Nachbarn verheiratet. Als dieser im Zweiten Burenkrieg in Gefangenschaft gerät, wird auch Riette deportiert - in ein Konzentrationslager auf “Shark Island”, der „Haifischinsel“, in Lüderitz.

Lauri Kubuitsile schreibt einfühlsam und poetisch über unfassbares Leid – und zugleich über Widerstandskraft, Hoffnung und Liebe. Für mich hallt vor allem Tjipukas Stärke nach.

Ein zutiefst bewegender Roman, inspiriert von deutscher Geschichte und den Verbrechen der Kolonialzeit. Ein absolutes must-read und eigentlich Pflichtlektüre für den Deutsch- oder Geschichtsunterricht!

Übersetzt aus dem Englischen (The Scattering) von Ivana Maurović und Maria Meinel.

Kurzrezension von Laura Hartmann (col.lit.ive)

Wem geben wir im öffentlichen Raum einen Namen, und damit Sichtbarkeit, Würdigung und einen Platz in unserem kollektiven Gedächtnis? - Straßenumbenennung in Köln

Seit dem 25.09.26 heißt die ehemalige Gustav-Nachtigal-Straße im Kölner Stadtteil Nippes nun offiziell Manga-Bell-Straße. Statt des deutschen Kolonialbeamten werden nun Emily und Rudolf Manga Bell geehrt, die sich in Kamerun gegen koloniale Enteignung und Unterdrückung einsetzten. Rudolf Duala Manga Bell wurde zu einer Symbolfigur des kamerunischen Widerstands gegen die deutsche Kolonialherrschaft. 1914 wurde er von der deutschen Kolonialverwaltung hingerichtet.

Die Umbenennung geht auf jahrelanges Engagement zivilgesellschaftlicher Initiativen, z.B. Denkort Afrikaviertel e.V.i.G., und der Unterstützung des Historischen Beirats der Stadt Köln zurück und wurde gemeinsam mit Nachfahren der Familie Manga Bell gefeiert. Ergänzt wird der neue Erinnerungsort durch ein kolonialkritisches Kunstwerk “MANOKA”, des kamerunisch-deutschen Künstlers Fabien Diffé Kamga, das am 2.Oktober enthüllt wurde. Es verweist auf die Ruine des Gefängnisses auf der Insel Manoka vor der Küste Kameruns wo Manga Bell vor seiner Hinrichtung inhaftiert war.

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Neokoloniale Ausbeutung im Niger-Delta

Seit Jahrzehnten zerstört der britische Großkonzern Shell im Niger-Delta (Nigeria) die Umwelt und Lebensgrundlage vieler Menschen. Die Folgen sind dramatisch: Die Zerstörung der Umwelt ist so massiv, dass große Teile des Landes kaum zu bewohnen oder zu bewirtschaften sind. Shells Aktivitäten führten zur Verseuchung von Luft, Wasser und Boden, was verheerende Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen vor Ort hatte und immer noch hat. Viele verlieren ihre Lebensgrundlage, da Landwirtschaft und Fischerei in vielen Teilen des Niger-Deltas nicht mehr möglich sind.

Der aus Nigeria stammende langjährige Menschenrechts- und Umweltaktivist Peter Emorinken-Donatus sprach im Interview mit der taz über die Situation. Aktuell unterstützt Peter Emorinken-Donatus und sein ehrenamtliches Team die indigene Community Eme-Ora, die im Norden des Niger Deltas lebt und wie viele weitere Communities von massiver Umweltzerstörung sowie den Folgen der Klimakatastrophe betroffen sind. Dafür wurde ein Crowdfunding errichtet über das ihr spenden könnt: https://gofund.me/7f7adbae2

Um die Initiative ehrenamtlich oder mit Sachspenden zu unterstützen, könnt ihr mit ihnen in Kontakt kommen: , Telefon: .



Das "andere" Literaturcafe mit Yahya Ekhou zu Gast bei col.lit.ive im Allerweltshaus: 17. November 2026, 19 Uhr

Nachdem unserem gelungenen Kooperationsauftakt im Oktober, laden wir Fatoş Tuna vom "anderen" Literaturcafé am 17. November 2026 zusammen mit Yahya Ekhou (Schriftsteller und Menschenrechtsaktivist aus Mauretanien) ins Allerweltshaus ein. Yahya Ekhou wird aus seinem Buch Stimmen aus der Stille (akono Verlag, 2025) sowie aus seinem neuen Buchprojekt vorlesen. Im Anschluss an die Lesung und das Gespräch, moderiert von Fatoş Tuna, laden wir zu einem gemütlichen und lebendigen Austausch bei Tee und Keksen ein, noch gemeinsam im Allerweltshaus zu verweilen.

Es wird auch einen Büchertisch geben, an dem ihr Stimmen aus der Stille käuflich erwerben könnt.

Die Veranstaltung ist kostenlos. Wir freuen uns über Spenden.


19. November 2026, Film Freya


Was geht sonst noch so?

16. - 18. Oktober 2026 | heimA(R)Ten II Festivals: Afro-Diasporic Frequencies. Ein dreitägiges Programm, das afro-diasporische Erfahrungen, Geschichten, Kulturen und Identitäten durch Film, bildende Kunst und gemeinsamen Austausch erkundet. Das Programm vereint eine Ausstellung, Filmvorführungen, eine Diskussion mit Fragerunde sowie eine Finissage und schafft so einen Raum, um verschiedene Frequenzen und Verbindungen innerhalb der afrikanischen Diaspora zu entdecken. Bahnhof Langendreer, Wallbaumweg 108, 44894 Bochum. Mehr Informationen gibt es hier.

Donnerstag, 22. Oktober 2026 | 19:00 Uhr | Auswärtslesungen im OYA Müllem. Lesereihe der Kunsthochschule für Medien Köln. Buchheimer Str. 17, 51063 Köln.

22. - 25. Oktober 2026 | 7. Festival der Solidarität: Lesung, Konzert, Diskussion. Der diesjährige Themenschwerpunkt lautet: „Frieden und kritischer Journalismus“. Das detaillierte Festivalprogramm findet ihr in Kürze hier.

Samstag, 24. Oktober 2026 | 14:00 Uhr | Bundesweite Proteste gegen Abschiebungen an Flughäfen, organisiert u.a. von der Seebrücke und No Borders Cologne. Am Flughafen Köln Bonn Terminal 1.

Dienstag, 27. Oktober 2026 | 18:00 - 19:30 Uhr | "Geschichten, die Wurzeln schlagen". Vortrag und Gespräch mit Dr. Rahab Njeri zu: Die Sprache der Freiheit. Ngũgĩ wa Thiong’os Vermächtnis zwischen Erinnerung, Dekolonisierung und radikaler Hoffnung. Fritz Bauer Forum

Mittwoch, 28. Oktober 2026 | 18 - 19:30 Uhr | Gesprächsreihe mit Feridun Zaimoglu und seinem Roman “Sohn ohne Vater.” Im Rahmen des Kolloquiums “Migration anders erzählen.” Das Kolloquium der “Forschungsstelle für interkulturelle Studien” wird organisiert vom Global South Studies Center Cologne und findet jeden Mittwoch im Wintersemester mit unterschiedlichen Gäst*innen statt. Aula (HF). Gronewaldstr. 2, 50931 Köln. Mehr Informationen gibt es hier.

Freitag, 30. Oktober 2026 | 19:30 Uhr | “Bad Blacks” Musikalische Lecture Performance und anschließendes Gespräch mit der Sängerin Melane Nkounkolo. Prinz-Regent-Theater, 44795 Bochum. Weitere Informationen und den Ticketlink gibt es hier.

Mittwoch, 4. November 2026 | 19:30 Uhr | Lesung & Gespräch mit Shida Bazyar und ihrem preisgekrönten Roman “Die Lücken,” moderiert von Karosh Taha. Mehr Infos und Ticketlink gibt’s hier. Lutherkirche Südstadt, Martin-Luther-Platz 2-4, 50677 Köln.

4. - 14. November 2026 | LesArt Ruhr - Das Literaturfestival Dortmund bietet an zehn Tagen ein vielseitiges Festival. Das Programm, Tickets und weitere Informationen findet ihr hier.

Freitag, 6. November 2026 | 15:00 - 17.30 Uhr | SÜDWIND organisiert eine kostenfreie Multiplikator*innenschulung im Bürgerzentrum Ehrenfeld zu Menschenrechten in globalen Lieferketten und dem aktuellen Stand der Gesetze und Regulierungen für Unternehmen, die Menschenrechtsverletzungen bekämpfen sollen. Interessant ist die Multiplikator*innenschulung für Lehrer*innen, Aktivist*innen, Bildungsreferent*innen oder anders Engagierte. Mehr Infos findet ihr hier.

Donnerstag, 12. November 2026 | 19:30 Uhr | Filmscreening “Black faces in white? space” mit anschließender Diskussion mit Filmemacher thabo thindi, moderiert von Viviann Wilmot und Gabi Waibel. Organisiert vom Bonn Center for Slavery and Dependency Studies. Kino in der Brotfabrik. Kreuzstraße 16, 53225 Bonn-Beuel. Mehr Infos und Anmeldelink gibt’s hier.

Dienstag, 17. November 2026 | 19:00 Uhr | Lesung & Gespräch mit Daniela Sepehri und ihrem Buch “Wenn ihr wegseht, werden wir getötet.” Eine Veranstaltung von manulit in Kooperation mit free human. Mehr Infos und Ticketlink gibt’s hier. Limburger Str. 37, 50672 Köln.

Best of AFFK 2026

Am 27. - 29. November 2026 habt ihr nochmal die Möglichkeit einige Gewinner des diesjährigen Publikumspreises vom Afrika Film Festival im Filmkino Rex am Ring zu schauen:

27. November 2026 | 19:00 Uhr | “Les Baronnes.” Mehr Infos zum Film und Tickets gibt’s hier.

28. November 2026 | 17:30 Uhr | “The Woman Who Poked the Leopard.” Mehr Infos zum Film und Tickets gibt’s hier.

28. November 2026 | 20:00 Uhr | “Black Burns Fast.” Mehr Infos zum Film und Tickets gibt’s hier.

29. November 2026 | 17:00 Uhr | “Truck Mama.” Mehr Infos zum Film und Tickets gibt’s hier.

29. November 2026 | 19:30 Uhr | “Best of Short Films” Mehr Infos zum Film und Tickets gibt’s hier.


Wenn ihr mehr über uns erfahren wollt, Fragen, Veranstaltungstipps oder andere Empfehlungen habt, schreibt uns gerne eine Mail:

Wir freuen uns, wenn ihr auch in eurem Umfeld auf col.lit.ive aufmerksam macht und uns auf Instagram folgt: @col.lit.ive

Außerdem suchen wir gerade verstärkt nach Ehrenamtlichen, die unser Team unterstützen. Wenn ihr also Lust und Spaß habt an Veranstaltungsorganisation, dem Verfassen von Buchrezensionen und Öffentlichkeitsarbeit (vor allem Instagram), meldet euch sehr gerne! Unser Team lebt verstreut in Deutschland, ihr könnt also auch remote mitarbeiten.

Euer Team von col.lit.ive


Impressum

Wenn nicht anders gekennzeichnet, finden alle Termine im Allerweltshaus statt. Nähere Informationen zu den Veranstaltungen und den durchführenden Projekten finden sich auf unseren Seiten:

www.allerweltshaus.de

Herausgeber:
Allerwelthaus Köln e.V.
col.lit.ive
Geisselstraße 3-5
50823 Köln

NL-Ausgabe: 16. Oktober 2026

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