N'Sondé, Wilfried (DR Kongo/ Frankreich)

leopardenkinder

Das Herz der Leopardenkinder

Aus dem Französischen von Brigitte Große

Antje Kunstmann Verlag, München 2008 

Wilfried NSondé war 2010 Gast der "Stimmen Afrikas" 

Zusammengeschlagen und eines Verbrechens angeklagt, an das er sich kaum erinnert, findet sich ein junger Schwarzer auf einer Polizeiwache wieder. In einem Rausch der Verzweiflung und Verlassenheit hat er das Irreparable getan. Doch aus der tiefsten Erniedrigung einer Gefängniszelle erhebt sich ein Chor von Stimmen. Da ist Mireille und die leidenschaftliche Liebe zu ihr; die hellhäutige Mireille, die ihn verlassen hat, um aus der Hoffnungslosigkeit der Vorstädte zu fliehen und ihr Leben neu zu erfinden. Da ist Drissa, sein Blutsbruder, der die Gewalt gegen sich selbst kehrt; Kamel, der zum Fanatiker geworden ist. Und immer wieder die Stimmen der Ahnen, die von Ehre, Stolz und magischen Kräften künden. Ein Afrika beschwören, das für die an der Bruchlinie zweier Kulturen aufgewachsenen "Leopardenkinder" nur noch ein ferner Mythos ist.

Ein Debütroman von unerhörter Musikalität und sprachlicher Ausdruckskraft: In "Das Herz der Leopardenkinder" erzählt Wilfried NSondé von einer zärtlichen, verzweifelten Liebe und gibt zugleich den Problemen seiner afrikanischen Migranten- Generation eine neue Stimme.  

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Wilfried NSondé wurde 1968 in Brazzaville, Kongo, geboren. 1973 siedelte die Familie in einen Pariser Vorort über. Geprägt von den Lebensverhältnissen der Banlieues begann Wilfried NSondé, Gedichte und Kurzprosa zu verfassen unveröffentlichte Anzeichen einer privaten Bildungsrevolution, die ihn bis an die Sorbonne führte, wo er bis 1991 Politologie studierte. Nach ausgedehnten Reisen mit Stationen in London, Utrecht und Madrid hat er sich dann in Berlin niedergelassen. Hier wurde er als Musiker mit einer Mischung aus Trash-Rock und Afro-Punk aktiv. Zudem betreut er in seinem Charlottenburger Kiez zahlreiche Projekte mit sozial benachteiligten Jugendlichen. Für seinen Roman "Das Herz der Leopardenkinder" wurde NSondé mit dem "Prix Senghor de la Création Littéraire" und dem "Prix des cinq continents de la francophonie" ausgezeichnet. Der Autor ist Vater von zwei Kindern und arbeitet derzeit an einem Album mit Chansons.

 

Pressestimmen

Wilfried NSonde besitzt eine eigene, neue Stimme von literarischer Qualität. Die literarische Welt

Ein Selbstgespräch von schonungsloser Radikalität und betörender Musikalität, dessen stakkatohafter Rhythmus an Rap-Songs erinnert ... Nicht in seiner politischen Botschaft liegt die Stärke dieses kongenial übersetzten Romans, sondern in der Stilsicherheit des Autors, der komplexe Sachverhalte einfach darzustellen und, unbekümmert um literarische Konventionen, mitreißend zu erzählen versteht. Hans-Christoph Buch, FAZ 

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