der Frühling ist da, es wird wärmer, die Tage länger und es gibt einiges zu entdecken:
In unserem dritten Newsletter in diesem Jahr erwarten euch eine Empfehlung zu einem gerade erst erschienenen Buch, Infos aus unserer Rubrik topics & facts, sowie tolle Veranstaltungshinweise in und um Köln. Wir freuen uns besonders, dass wir wieder bei zwei Veranstaltungen Kooperationspartnerinnen sind: am 24. April beim Filmscreening Cotton Queen im Rex und am 27. April beim Workshop mit Beverley Ditsie im Allerweltshaus.
DAS DING IST: Man kann auch anders über Rassismus sprechen
von Gina Hitsch und Martin Freres | Eichborn Verlag, 2026
Gina Hitsch und Martin Freres sind seit etwa fünf Jahren ein Paar. Als interracial couple haben sie in dieser Zeit unzählige Gespräche über Rassismus geführt – Gespräche, die sie nicht nur individuell geprägt, sondern auch als Paar enger zusammengebracht haben. In ihrem gemeinsamen Buch teilen sie diese Erfahrungen und zeigen zugleich auf, wie Gespräche über Rassismus gelingen können.
Gina und Martin gewähren sehr persönliche Einblicke in ihre Beziehung: in intensive Diskussionen, konfliktreiche Momente und Situationen, die sie herausgefordert haben. Sie nehmen alltägliche Begegnungen und Formulierungen unter die Lupe – sowohl im engen privaten Umfeld, z.B. beim Kennenlernen der jeweiligen Familien, als auch in spontanen Situationen im öffentlichen Raum, wie auf dem Weihnachtsmarkt, oder auf Social Media.
Sie machen verständlich, warum Gespräche über Rassismus so häufig scheitern oder in “Gesprächsunfällen” enden. Sie erläutern, wie und warum Nicht-Betroffene unterschiedliche Abwehrmechanismen, sogenannte Dialog-Hemmer, nutzen und so konstruktive Gespräche verhindern.
Was dieses Buch außerdem so besonders macht, ist die direkte, kluge, analytische, humorvolle und zugleich einfühlsame Sprache der beiden und ihre ehrliche, reflektierte Art. Es gelingt ihnen, komplexe und emotionale Themen greifbar zu machen, ohne sie zu vereinfachen. Sie zeigen, wie wir über unterschiedliche Lebensrealitäten, schmerzhafte Erfahrungen, Verletzungen und Unsicherheiten sprechen können – und wie Zuhören, Verstehen und Lernen überhaupt erst möglich werden.
Obgleich man in dem Buch so viel lernen kann, bleiben für mich vor allem Ginas letzte Zeilen hängen:
„Ich bin hoffnungsvoll, weil die Liebe größer ist als der strukturelle Rassismus unserer Gesellschaft. Liebe ist für mich eine Form des Widerstands. Die Liebe, die ich für die Menschen verspüre, mit denen ich befreundet bin, und die Liebe, die sie mir zurückgeben, sind ein Zeichen dafür, dass eine bessere Gesellschaft möglich ist. Denn Liebe ermöglicht uns, den Menschen zu sehen. Ohne Labels. Nur den Menschen. Und das ist das Ding.“
Wir danken dem Eichborn Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplars.
Kurzrezension von Laura Hartmann (col.lit.ive).
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Wenn euch unser Buchtipp neugierig gemacht hat, haben wir gute Nachrichten für euch: Gina Hitsch und Martin Freres sind mit ihrem Buch DAS DING IST man kann auch anders über Rassismus redenschon auf Buchtour. Am 8. Mai 2026 gibt es eine Lesung im Comedia Theater in Köln und es gibt noch Tickets. Mehr Infos findet ihr hier.
Das Anti-LGBTQI+-Gesetz ist zurück in Ghana – es bedroht grundlegende Menschenrechte, Sicherheit und Freiheit. Unterschreibe jetzt diese Petition, um LGBTQI+-Rechte zu schützen.
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Appolain Siewe erzählt Rita Schäfer über: Code der Angst – ein Dokumentarfilm über die Verfolgung von Homosexuellen in Kamerun, in: blog interdisziplinäre geschlechterforschung.
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Zanele Muholi (they/them) aus Südafrika hat den international renommierten Hasselblad Awardgewonnen. Der Award - der oft als Nobelpreis für Fotografie bezeichnet wird - würdigt Muholis künstlerische Praxis, die fotografische Bildsprache mit politischem Engagement verbindet. Wir gratulieren herzlich und empfehlen euch diese kurzweilige Dokumentation über Muholis Arbeiten in der Arte Mediathek.
Freitag, 24. April 2026 | 18:30 Uhr
Filmscreening Cotton Queen | Preview zum Kinostart im REX Kino
Die fünfzehnjährige Nafisa lebt in einem traditionellen Baumwolldorf im Sudan. Sie hat Sommerferien und muss bei der Baumwollernte ihrer Großmutter helfen. Die geachtete Matriarchin, hält die Fäden des Dorfes fest in ihren Händen und gibt ihr Wissen an Nafisa weiter. Die Ankunft von Nadir, einem jungen sudanstämmigen Geschäftsmann aus dem Ausland, droht das Leben des Dorfes durch neue Technologien im Baumwollanbau zu erschüttern. Nafisas Eltern wittern die Chance, ihre Tochter mit Nadir zu verheiraten und so den Wohlstand der Familie zu vergrößern. Hin- und hergerissen zwischen den Forderungen ihrer Familie und ihrem Wunsch nach Unabhängigkeit muss Nafisa ihren eigenen Weg zwischen Tradition und Moderne finden.
Im Anschluss an den Film wird es ein Gespräch zwischen der Regisseurin Suzannah Mirghani und dem Hauptdarstellers Mohamed Musa geben, moderiert von Tensae W. Desta.
Die Veranstaltung wird organisiert vom Afrika Film Festival, in Kooperation mit jip Film & Verleih, dem Sudanesisch-Deutschen Haus, der Sudan AG Rheinland, dem Nar Collective und col.lit.ive.
Montag, 27. April 2026 | 17:30 - 20 Uhr
Joy and Resistance – a workshop with Dr. Beverley Ditsie about the challenges of LGBTIQ+ struggles for human rights
Am Montag, den 27. April 2026, 17:30 - 20:00 Uhr bietet der interaktive Workshop „Joy & Resistance – Intersektionale Perspektiven auf LGBTIQ-Aktivismus mit Dr. Beverley Ditsie“* Raum für Austausch über Widerstandserfahrungen in der aktuellen geopolitischen Lage und die Rolle der UN. Im Fokus stehen dabei die intersektionale Betrachtung geteilter Perspektiven sowie die intergenerationelle Dimension von Queers of Colour- und Schwarzer Aktivist*innen aus dem Globalen Süden und eurozentristischer Perspektiven.
Dr. Beverley Ditsie bringt eigene Erfahrungen als mehrfach diskriminierte Schwarze Südafrikaner*in, die Perspektiven aus dem Globalen Süden und ein Verständnis von „queer joy and affirmation“ ein. Besonders interessiert ist Ditsie an den Herausforderungen und Solidaritätsnetzwerken von Queers of Colour and Black mit Bezug oder aus dem Globalen Süden — und lädt zur gemeinsamen Reflexion ein.
Moderation: Silvia Abiyeme de Bertolini, Black & Queer Kollektiv Köln; Cornelia Sperling, FliP e.V. Bei uns im Allerweltshaus Köln
Eine Veranstaltung der Hirschfeld-Eddy-Stiftung in Kooperation mit FliP – Frauenliebe im Pott e.V., Black & Queer NRW, col.lit.ive/ allerweltshaus köln, Dachverband Lesben und Alter
Zusätzlich zu dem Workshop wollen wir euch auf das Screening des Dokumentarfilms von Beverley Ditsie Lesbians Free Everyone am 25. April 2026 um 18 Uhr im Filmhaus Köln aufmerksam machen. Das Screening findet im Rahmen des Internationalen Frauenfilmfest statt. Vom 22. bis 26. April könnt ihr viele spannende Filme schauen. Das Programm findet ihr hier.
Was geht sonst noch so?
Montag, 20. April 2026| 19:00 - 21:00 Uhr Feminism and Bookmarks - Lesung & Gespräch mit Emilia Roig und ihrem Buch Lieber Sohn oder Wie du die Welt retten kannst. Moderation: Gesche Andert, Nachwort: Barbara Fischer. Die Veranstaltung findet online im Rahmen der Feministischen Buchwoche statt. Den Anmeldelink und weitere Informationen findet ihr hier.
Donnerstag, 23. April 2026 | 19:30 Film Screening & Discussion Aisha Can’t Fly Away. Der Film begleitet Aisha, eine sudanesische Pflegekraft in Kairo, die nach ihrer Flucht vor dem Krieg in Somalia mit Rassismus, Erpressung und prekären Arbeitsbedingungen konfrontiert ist. Anmelden könnt ihr euch hier. Die Veranstaltung wird vom Bonn Center for Dependency and Slavery Studies organisiert und findet im Kino in der Brotfabrik statt. Kreuzstraße 16, 53225 Bonn.
Vom 24. bis 25. April 2026 findet eine internationale Konferenz zum Thema African Environmental Philosophy and Intergenerational Ethics an der Universität Münster statt. Die Veranstaltungen sind hybrid zugänglich. Dabei sind u.a. Referent*innen aus Äthiopien, Kenia, Nigeria, Simbabwe und Südafrika. Mehr Informationen gibt es hier.
Montag, 27. April 2026 | 18 - 19 Uhr Lesung aus Die seltenste Frucht in Anwesenheit der Autorin Gaëlle Bélem und der Übersetzerin Gudrun Honke. Das Gespräch wird in Französisch sein, mit Übersetzung ins Deutsche durch Julia Braun. Eintritt frei. Fritz Bauer Forum, Feldmark 107, 44803 Bochum. Mehr Infos gibt es hier.
Einen Tag später, gibt es die gleiche Veranstaltung, organisiert von “Afrikanische Perspektiven” in Münster:
Dienstag, 28. April 2026 | 19 Uhr Lesung aus Die seltenste Frucht in Anwesenheit der Autorin Gaëlle Bélem und der Übersetzerin Gudrun Honke. Stadtbücherei Münster, Alter Steinweg 11, 48143 Münster. Mehr Infos gibt es hier.
Weitere Empfehlung für den 30.04.2026 im Kunstpalast Düsseldorf:
Vom 7. bis 16. Mai 2026 wird wieder die Wuppertaler Literaturbiennale stattfinden. Das Programm wurde noch nicht veröffentlicht, aber ihr findet es in Kürze hier.
Freitag, 22. Mai 2026 | 17 Uhr Poesie & Gespräch: Sehnsucht nach meiner Stimme. Rom*nja lesen poetische Textproduktionen. Eine Veranstaltung vom Rautenstrauch-Joest-Museum in Kooperation mit Rom e.V. Der Eintritt ist frei. Cäcilienstraße 29-33, 50667 Köln.
Wenn ihr mehr über uns erfahren wollt, Fragen, Veranstaltungstipps oder andere Empfehlungen habt, schreibt uns gerne eine Mail: collitive@allerweltshaus.de
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Bis bald,
euer Team von col.lit.ive
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Wenn nicht anders gekennzeichnet, finden alle Termine im Allerweltshaus statt. Nähere Informationen zu den Veranstaltungen und den durchführenden Projekten finden sich auf unseren Seiten: