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Jubiläumskalender 2020

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Das Projekt
Die Nacht des Baobab Übersetzung aus dem Französischen von Inge M, Artl Unionsverlag: Zürich 1991 Über das Buch: Aus einem senegalesischen Dorf kommt Ken Bugul nach Europa. Sie beginnt an der Universität, und sie endet in den Bars. Sensibel und schonungslos schildert sie, was es bedeutet, unter Weißen schwarz und schön zu sein. Seit Urzeiten lag ihr Dorf im schützenden Schatten des Baobab, des Affenbrotbaumes. Auf der Suche nach einer Zukunft, nach Wissen und Bildung zieht Ken in die Stadt und erhält ein Stipendium für ein Studium in Europa. Dort ist sie den Blicken auf der Straße, dem ständigen Wechselbad von Ablehnung und Anmache ausgesetzt. Bald wird sie zum Maskottchen einer Künstlerschickeria. Verzweifelt und verloren sucht sie dennoch die Anerkennung, wo sie am leichtesten zu finden ist: in den Nachtclubs und in den Bars. Hier wird sie schließlich zur Philosophin schwarzer und weiblicher Kultur. Sie rechnet mit sich und der Verlogenheit ihrer Umgebung ab. Pressestimmen: »Ken Bugul geht dem Schwarzsein unter die Haut, so tief, bis sie im Innersten zu zerbrechen scheint.« Al Imfeld »Ohne Zweifel gehört ›Die Nacht des Baobab‹ zu den wichtigsten Dokumenten der frankophonen Literatur Westafrikas der achtziger Jahre, gehört Ken Bugul zu jenen senegalesischen Frauen, die in dieser Zeit auf den westafrikanischen Bestsellerlisten standen und mit ihrer Literatur wesentlich dazu beigetragen haben, Einblicke in die nachkoloniale westafrikanische Gesellschaft, das Familienleben, die Suche von Frauen nach Identität zu geben.« Hans Groffebert, EPD Entwicklungspolitik, Frankfurt Über den Autor: Ken Bugul, geboren 1947 als Mariétou Biléoma Mbaye in Senegal, studierte in Senegal und Belgien. Ihr Künstlername kommt aus dem Wolof und bedeutet so viel wie »eine, die unerwünscht ist«. Nach ihrer Rückkehr aus Belgien heiratete sie und wurde die 28. Frau im Harem. Nach dem Tod ihres Mannes zog sie nach Benin, wo sie seitdem als Kunsthändlerin lebt. 2000 wurde sie mit dem Grand Prix Littéraire de l'Afrique Noire ausgezeichnet.
Tail of the Blue Bird Vintage Books: London 2010 Über das Buch: A beautiful meditation on the relationship between old and new worlds in developing Africa. Sonokrom, a village in the Ghanaian hinterland, has not changed for hundreds of years. Here, the men and women speak the language of the forest, drink aphrodisiacs with their palm wine and walk alongside the spirits of their ancestors. The discovery of sinister remains - possibly human, definitely 'evil' - and the disappearance of a local man brings the intrusion of the city in the form of Kayo, a young forensic pathologist convinced that scientific logic can shatter even the most inexplicable of mysteries. As old and new worlds clash and clasp, and Kayo and his sidekick, Constable Garba, delve deeper into the case, they discover a truth that leaves scientific explanations far behind. Pressestimmen: ’A deeply complex novel; each character, every line entices the reader into feeling the beating heart of urban and rural Ghanaian lives... Parkes' steady, assured writing weaves a cosmological mystery that keeps you guessing to the very last page.’ Courttia Newland Über den Autor: Der Schriftsteller und Journalist Nii Ayikwei Parkes wurde 1974 in Lincolnshire, Großbritannien, geboren und wuchs in Ghana auf. Dort besuchte er unter anderem die Achimota School in Accra, was ihm den Weg zu seinem Studium an der Manchester Metropolitan University ebnete. Dort tauchte Parkes in die Dichterszene Englands ein und wurde Mitglied in der Black Writer's Group of Commonword. Er schreibt Prosa und Lyrik und performt seine Texte auf den Bühnen von New York, London, Amsterdam und Paris. Nii Parkes ist Champion des Farrago UK Poetry Slam. Für seinen ersten Roman Die Spur des Bienenfressers erntete er großen Erfolg. Parkes engagiert sich besonders für das kreative Empowerment von Jugendlichen und Nachwuchstalenten in Form von Creative-Writing-Workshops und mit dem von ihm ins Leben gerufenen Ghana Writer's Fond, an den er den Erlös seiner Gedichtsammlung Shorter spendete. Zudem organisiert und moderiert Parkes im Londoner Literatur-Café Covent Garden die Reihe African Writer's Evening und ist Herausgeber bei dem Independent Verlag flipped eye publishing. Parkes lebt in London und Accra. Mehr Infos > Die Spur des Bienenfressers
Die Nacht von Dar es Salaam Brandes & Apsel Verlag: Frankfurt am Main 2014 Über das Buch: Tanganjika am Vorabend des Zweiten Weltkriegs. Die aufwühlende Geschichte eines Europäers, der lange versucht seinen Idealen zu folgen und gegen den Strom zu schwimmen und sich am Ende, todkrank, sein Scheitern eingestehen muss. Die letzte Nacht in Dar es Salaam vor der Rückkehr in das dem Krieg entgegentreibende Europa wird zu seiner Schicksalsnacht: eine schonungslose Abrechnung mit dem eigenen Leben. Ein armer, etwas verwahrloster Missionar versucht am Tag vor seiner Schiffsreise zurück nach Europa in den Hotels und britischen Clubs von Dar es Salaam sein Gewehr zu verkaufen. Drei Sack Rohkaffee verlangt er dafür. Ndasenga, der als Zwölfjähriger sein Boy wurde und jetzt kurz vor seiner Lehrerprüfung steht, begleitet den todkranken Mann. In einem arabischen Restaurant verbringen sie die Nacht. Ndasenga hört in diesen Stunden die Lebensbeichte des Mannes. Da geht es um Besessenheit und Gewalt, letzte Worte einer Sterbenden, die jegliche Bekehrung ablehnte, um einen Totschlag, um die Operation eines Kindes ohne Narkose ... Das Buch wirft vielfältige Lichter auf die Begegnungen zwischen Schwarz und Weiß in einer Zeit, als die Kolonialzeit in Afrika in ihre letzte Phase geht. Über den Autor: Hermann Schulz, 1938 in Ostafrika als Sohn eines Missionars geboren, aufgewachsen im Wendland und am Niederrhein, leitete von 1967 bis 2001 den Peter Hammer Verlag. Seit 1998 veröffentlichte er mehr als 20 Romane, Jugend- und Kinderbücher sowie Sachbücher. Auf dem Strom, Wenn dich ein Löwe nach der Uhrzeit fragt, Mandela & Nelson, Warum wir Günter umbringen wollten und andere wurden internationale Erfolge. Seine Bücher wurden mehrfach ausgezeichnet. 1998 erhielt er die Hermann-Kesten-Medaille des deutschen P.E.N.-Zentrums.
Patchwork Übersetzung aus dem Englischen von Indra Wussow Der Wunderhorn Verlag: Heidelberg 2014 Über das Buch: »Schlechter Samen« – das ist die Bezeichnung, die sich Pumpkin früh in der Kindheit einprägt. Weil sie unehelich geboren ist. Ein unentrinnbares Reich aus Angst und Eifersucht folgt diesem Makel der Geburt. Außerdem ist ihr Leben in zwei gegensätzliche Welten gespalten: Reichtum verkörpert der Vater Joseph Sakavungo, Unternehmer mit politischen Ambitionen; Verwahrlosung die Mutter, die durch die unerfüllte Liebe zerbrach. Als 9-Jährige, die den ersten Teil des Romans erzählt, reagiert Pumpkin darauf mit Lügen und Verschwiegenheit. Auch als der Vater sie zu sich holt, setzt sich das Versteckspiel fort. Im neuen Zuhause wird Pumpkin abgelehnt, denn auch hier ist der Vater abwesend. Seine Promiskuität hinterlässt überall Eifersucht und Rachegefühle. Nur seine materielle Großzügigkeit und sein Schaffensdrang stiften so etwas wie Zusammenhalt. Auch die Unfähigkeit sich zu entschuldigen wird zur ständigen Qual. »...wenn du dich für etwas aus tiefsten Herzen entschuldigst, dann wirst du daraus lernen und denselben Fehler nicht noch einmal machen, denn wenn du einen Fehler machst, flickst du ihn. Wiederholst du diesen Fehler, flickst du ihn. Machst Du ihn ein drittes Mal, flickst du ihn. Aber was wird dann daraus? Ein großes unordentliches Flechtwerk das jedem auffällt. Willst du das?« Mit dieser Aufgabe wird auch die erwachsene Pumpkin noch zu kämpfen haben. Der Roman erzählt von drei Generationen Frauen, ihren Lieben und Entbehrungen im nachkolonialen Sambia. Die Erzählerin – erst das 9-jährige Mädchen, dann die Erwachsene, selbst Mutter – ist in ständigem Staunen befangen: über menschliche Schwäche anderer wie über ihre eigene. Politische Ambitionen angesichts sozialer und kriegerischer Krisenherde und das Festhalten an verkrusteten Geschlechterrollen bilden den gesellschaftlichen Rahmen. Pressestimmen: »Geschickte Mischung aus subjektiver Gefühlswelt, Familienbeziehungen und Politik im postkolonialen Sambia« Sonntaz »Ellen Banda-Aaku, die heute in London lebt, ist damit ein eindrucksvoller Roman über das Schicksal dreier Frauengenerationen in Sambia gelungen« DR Kultur Über den Autor: Ellen Banda Aaku wurde 1965 in England geboren und wuchs in Sambia und anderen afrikanischen Ländern auf. Sie studierte öffentliche Verwaltung an der Universität Lusaka. Sie publizierte drei Jugendbücher und Gedichte. Mit ihrem ersten Buch für Erwachsene erhielt sie 2010 den »Penguin Prize for African Writing«. Sie war 2012 auf der Shortlist des Commonwealth Writers'Prize. Ellen Banda Aaku lebt heute in London. Website der Autorin www.ellenbandaaaku.com.
Nomade Übersetzung aus dem Französischen von Regina Keil-Sagawe. Osburg Verlag: Hamburg 2014 Über das Buch: »Hier kommt eine Geschichte, die wurde mit blankem Wasser geschrieben ... Sie stammt von einem, der zufällig hörte, wie ein anderer sie im Schlaf erzählte. Man muss sie so lesen, wie man Minztee trinkt, in winzigen Schlucken, damit ihr Aroma sich voll entfalten kann und damit man sich nicht die Zunge verbrennt ... Dem ist nun fast nichts mehr hinzuzufügen, außer dass niemand den Titel dieser Geschichte kennt. Nennen wir sie fürs Erste ›Nomade‹ ...« Auf der Suche nach Geschichten und seiner eigenen Sprache trennt sich der junge Nomade Taschfin von seinem Stamm, den Beni Maarouf, und durchquert auf eigene Faust die endlosen Weiten der Wüste. Am Ende seiner abenteuerlichen Reise begegnet er dem greisen Moulay. Und der geheimnisvollen Tänzerin Liasmin, die noch nie ihr Heim verlassen hat.
Janni und Win und das Verschwinden der Höckerbande Picus Verlag Wien: Lavanttal 2012 Über das Buch: Die zehnjährige Janni ist erst vor Kurzem mit ihrer Mutter vom Land nach Kairo gezogen und musste schweren Herzens ihre Höckerbande, vier Kamele namens Floh, Mamsell, Rabe und Falke, bei Tante und Onkel und ihrem Cousin Billy zurücklassen. Eines Tages bekommt sie von Billy die Nachricht, dass die Höckerbande verschwunden sei. Janni macht sich allein auf den Weg in ihr altes Dorf, um die Höckerbande glücklicherweise bald wiederzufinden, und notiert daraufhin für ihren einzigen Freund in Kairo, Win, welche Abenteuer die vier Kamele zu bestehen hatten. Denn Win nimmt regen Anteil an ihrer Suche.Und dann verschwindet die Höckerbande erneut Mit viel Witz und Fantasie erzählt Andrea Karimé das Abenteuer eines aufgeweckten und mutigen Mädchens, wieder fabelhaft illustriert von Annette von Bodecker-Büttner. Pressestimmen: »Der Autorin gelingt es, in schlichter, fast spröder Sprache im rasanten Krimigeschehen Themen wie die Bedeutung von Heimat, Verlust, Zugehörigkeit, Wandel und Veränderung zu verhandeln und durch ihre gewitzte Hauptfigur nicht nur lustige Wendungen und Dialoge herbeizuführen, sondern auch originelle Wortschöpfungen zu kreieren.« Kulturradio RBB »Fein zeichnet sich Landschaft, Tierliebe und verhalten ab, werden Milieu und Menschen zwischen arabischer Tradition und Moderne skizziert. Frisch, doch tiefgründig wird von Mut, eigenem Weg und klärendem Miteinander erzählt, leise schwingt Kinderliebe mit. Dazu: kleine stimmige Zeichnungen. Gern empfohlen.« ekz.bibliotheksservice Über die Autorin und weitere Mitwirkende: Andrea Karimé, 1963 geboren, studierte Musik- und Kunsterziehung in Kassel und arbeitete an einer Grundschule in Leverkusen. Heute lebt sie als freie Schriftstellerin und Geschichtenerzählerin in Köln. Den Winter verbringt sie im Ausland und sammelt Sprachen und Geschichten; zuletzt war sie mehrere Monate in der Türkei. Bei Picus erschienen ihre Bücher »Nuri und der Geschichtenteppich«, »Die Zauberstimme«, »Soraya, das kleine Kamel«, »Soraya entdeckt das Meer«, »Kaugummi und Verflixungen«, »Tee mit Onkel Mustafa« und »Lea, Opa und das Himmelsklavier«. Annette von Bodecker-Büttner, 1965 in Bützow geboren, Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, Mutter zweier Söhne, seit 2001 freiberuflich als Illustratorin, Kostüm- und Maskenbildnerin tätig, lebt und arbeitet in Dresden. Sie illustrierte bereits fünf Bücher Andrea Karimés im Picus Verlag.
Der grüne Esel Übersetzung aus dem Arabischen von Regina Karachouli. A1 Verlag: München 2013 Über das Buch: Wie ein Nomade wandert Hassouna Mosbahi durch seine phantastischen Erzählwelten zwischen Orient und Okzident. Er beschwört die Fata Morgana seiner Kindheit in dem kleinen, abgeschiedenen Dorf hinter den kargen Bergen Tunesiens und erzählt von den Sehnsüchten und Nöten des heranwachsenden Jungen. Mit skeptisch gebrochener Nostalgie beschreibt Mosbahi die skurrilen, liebenswerten Menschen eines Dorfes, eine Welt im Kleinen. Ungeschönt und mit satirischer Schärfe stellt er dabei despotische Machtstrukturen, Rückständigkeit und Opportunismus bloß. Über den Autor: Hassouna Mosbahi wurde 1950 als Sohn einer kinderreichen tunesischen Beduinenfamilie im Hinterland von Kairuan geboren. Bereits als Jugendlicher begann er Erzählungen zu schreiben, mit denen er 1968 den Preis des tunesischen Rundfunks gewann. Längere Studienaufenthalte in Paris, Madrid und London führten ihn 1985 nach München, wo er bis 2004 als Journalist, Literaturkritiker und freier Schriftsteller lebte. 1986 erhielt er für seinen in Tunesien erschienenen ersten Novellenband den »Prix national de la nouvelle«, im Herbst 2000 den Tukan-Preis der Stadt München für seinen Roman »Rückkehr nach Tarschisch«.
Wild Übersetzung aus dem Englischen von Brigitte Oleschinski. Der Wunderhorn Verlag: Heidelberg 2012. Über das Buch: Wild und doch gebändigt: Das sind die mythischen Kräfte von Liebe, Musik und Träumen in den Gedichten von Ben Okri. In den Nachbildern von Löwen, Flüssen, Kriegern rufen sie antike Stimmen auf wie Homer, Heraklit und Vergil, aber sie reflektieren die postkoloniale, postmoderne Welt des 21. Jahrhunderts. Die älteste und die jüngste Geschichte begegnen sich in machtvollen Assoziationen. Während diese Gedichte sich in ihrem oratorischen Gestus oft an ein leibhaft anwesendes Publikum richten, sind ihr jüngstes Medium auch Twitter und iTunes. Als ich ein Kind war Kamen die Vögel Aus der Unterwelt. Sie kamen aus dem Sonnenaufgang. Und nun stehen Steine Wo einst die Unterwelt begann, Und Honiggläser. Und Kolonnen feierlicher Frauen (Aus den Chroniken) Über den Autor: Ben Okri, geboren 1959 in Nigeria, dort und in London aufgewachsen, kehrte er 1978 nach England zurück und studierte Vergleichende Literaturwissenschaften an der Essex-University. Er veröffentlichte neun Romane, mehrere Bände mit Kurzgeschichten und Essays, aber auch zwei Gedichtbände: African Elegy und Mental Fight. Seine Werke wurden in mehr als zwanzig Sprachen übersetzt. Für seinen Roman The Famished Road (dt.: Die hungrige Straße) erhielt er 1991 den Booker Prize. Er wurde mit weiteren bedeutenden internationalen Literaturpreisen ausgezeichnet und mit dem Order of the British Empire geehrt. Ben Okri lebt in London.
Insel in Ketten Übersetzung aus dem Englischen von Annemarie Böll Lamuv Verlag: Bornheim-Merten 1984 Über das Buch: "Robben Island", die "Teufelsinsel" Südafrikas, die so friedlich in der Tafelbucht von Kapstadt liegt, sollte der Ort sein, an dem die Kämpfer gegen die Apartheid vernichtet werden sollten. Indres Naidoo und andere politische Gefangene wie Nelson Mandela waren einem grausamen Reglement ausgeliefert. In einer ruhigen und genauen Sprache berichtet Naidoo über die Torturen, denen die Häftlinge unterworfen waren, aber auch über ihren Widerstand. Er schildert ein zentrales Kapitel in der Geschichte Südafrikas: die Geschichte einer Insel in Ketten, gesehen mit den Augen eines Menschen, der zehn Jahre lang mittendrin gestanden hat. Robben Island ist zu einem Symbol dafür geworden, dass die Bewegung für ein nichtrassistisches, demokratisches Südafrika nicht unterdrückt werden konnte. Robben Island ist heute eine Gedenkstätte für die Verbrechen der Apartheid.
Monnè: Schmach und Ärger Übersetzung aus dem Französischen von Vera Gärttling. Diaphanes: Zürich 2013 Über das Buch: »Die Gewalt ist die Wahrheit, die über den Wahrheiten steht.« Mit Hexerei, islamischen Gebeten, exzessiven Opfergaben und dem Bau eines mas­siven Schutzwalls will König Djigui Keita sein vollendetes Reich vor den vorrückenden französischen Eroberern schützen. Doch eines Tages steht plötzlich eine französische Kolonne vor ihm, die völlig unbehelligt über den verzauberten Hügel geritten kam und nun freundlich grüßt. Der intrigante Übersetzer, den die Franzosen mitbringen, gehört zu allem Überfluss zum Clan der Soumaré und ist für Djigui unantastbar. So nimmt die Kolonisierung – das größte monnè, die größte Schmach aller Zeiten – ungehindert ihren Lauf. Der Roman erzählt die Geschichte der französischen Kolonisierung Westafrikas als eine Geschichte der Missverständnisse. Voll beißender Ironie und mit unerschöpfli­chem Sprachwitz wagt dieses Buch den anderen Blick auf die afrikanisch­-europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts und berührt grundsätzliche Fragen der Verständigung, der kulturellen Unterschiede und nicht zuletzt der fortwirkenden Stereotype. Pressestimmen: »Es ist ein schweres Versäumnis und ein großer Nachteil, den afrikanischen Autor Ahmadou Kourouma nicht zu kennen. Wer seinen Roman ›Monnè: Schmach und Ärger‹ nicht gelesen hat, dem entgeht das Vergnügen, von wichtigen und nicht so leicht zu verstehenden Dingen auf literarisch raffinierte und äußerst witzige Weise unterrichtet zu werden. Und zudem verpasst er die Chance, so einprägsam wie sonst in keinem anderen literarischen Werk zu erfahren, was Kolonialismus war und was es heißt, in einer von kolonialen Traditionen geprägten Gesellschaft zu leben.« Karl-Markus Gauß, DiePresse.com »Der scharfe Blick macht Kouroumas Bedeutung aus: Er bricht mit den Idealisierungen der ›Négritude‹ und begründet die frankophone Literatur der postkolonialen Ära.« Niklas Bender, Frankfurter Allgemeine Zeitung »Kouroumas Romane geben einen reichhaltigen und unterhaltsamen Einblick in mehr als hundert Jahre afrikanische Geschichte.« Heinz Hug, NZZ »Das macht die Qualität von Kouroumas Erzählen aus, dass er immer wieder Situationen findet, die mit Witz und Ironie den Zusammenstoß von alten, festgefügten Lebensformen mit der europäischen Zivilisation beschreiben.« Uwe Timm, Die ZEIT »Altafrikanische Erzählkunst erscheint hier als modernste Erzähltechnik. Dieser raffinierte Erzähler ist mit allen Wassern der Postmoderne gewaschen.« SRF, 52 beste Bücher Über den Autor: Ahmadou Kourouma war einer der bedeutendsten Autoren der afrikanischen Literatur des 20. Jahrhunderts. Aus politischen Gründen verbrachte er die meiste Zeit seines Lebens im Exil in Algerien, Kamerun, im Togo und in Frankreich. Der aufklärerische, kritische und oft satirische Gestus seiner Romane brachte ihm den Ruf eines »afrikanischen Voltaire« ein. Sein Umgang mit der französischen Sprache ist geprägt von kritischer Aneignung, Umformung und spielerischer Unterwanderung der Kolonialsprache.

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